Alte Innentüren fallen oft erst auf, wenn sie klemmen, vergilbt sind, schlecht schließen oder nach einer Renovierung nicht mehr zum Boden und zur Wandfarbe passen.
Auf einen Blick
- Günstige Lösung: CPL-Türblatt mit Standardzarge, meist robust und pflegeleicht, ab etwa 160 € bis 320 € pro Türset ohne Montage.
- Wohnliche Lösung: Weißlack- oder Echtholztür, optisch hochwertiger, ab etwa 220 € bis 650 € pro Türset ohne Montage.
- Helle Räume: Glastüren bringen Licht in Flur, Küche oder Wohnzimmer, kosten mit Beschlägen oft 350 € bis 900 € pro Tür.
- Montagekosten: Für Ausbau, Einbau und Einschäumen einer Innentür sollten Sie in der Praxis etwa 180 € bis 420 € je Tür einplanen, je nach Wand, Zarge und Region.
- Wichtige Maße: Häufige Norm-Türblätter nach DIN 18101 sind zum Beispiel 735 x 1985 mm oder 860 x 1985 mm. In Altbauten sind Sondermaße jedoch keine Seltenheit.
- Mietwohnung: Türblätter und Zargen gehören in der Regel zur Mietsache. Austausch oder Kürzen sollte vorher schriftlich mit dem Vermieter abgestimmt werden.
Aus meiner Praxiserfahrung bei Renovierungen in deutschen Wohnungen ist der häufigste Fehler nicht die falsche Türfarbe, sondern ein ungenaues Aufmaß. Eine um wenige Millimeter falsch bestellte Zarge kann dazu führen, dass die Tür nicht sauber sitzt, schleift oder optisch schief wirkt.
| Variante | Materialkosten pro Tür | Montage typisch | Geeignet für |
| CPL-Tür mit Zarge | 160 € bis 320 € | 180 € bis 350 € | Flur, Kinderzimmer, Mietwohnung, stark genutzte Räume |
| Weißlack-Tür mit Zarge | 220 € bis 450 € | 200 € bis 380 € | Wohnung mit ruhiger, heller Optik |
| Massivholz- oder Echtholztür | 450 € bis 1.200 € | 250 € bis 450 € | Eigentumswohnung, Altbau, hochwertiger Ausbau |
| Glastür | 350 € bis 900 € | 220 € bis 420 € | Dunkler Flur, Küche, Wohnbereich |

Wer mehrere Türen erneuert, sollte nicht nur den Stückpreis vergleichen. Beschläge, Drückergarnituren, Türstopper, Entsorgung der alten Türen und eventuelle Wandarbeiten machen am Ende einen spürbaren Teil der Gesamtkosten aus. Sinnvoll ist eine Gesamtrechnung je Raum oder je Wohnung, besonders bei 55 m² bis 85 m² großen Wohnungen mit drei bis sechs Innentüren.
Türen und Materialien im Vergleich
CPL-Türen sind im deutschen Wohnungsbau sehr verbreitet. CPL steht für Continuous Pressure Laminate. Die Oberfläche ist widerstandsfähig, relativ unempfindlich gegen Kratzer und leicht zu reinigen. Für Familien, Flure, Homeoffice-Zimmer und Mietwohnungen ist CPL meist die vernünftigste Lösung. Ein einfaches Türblatt kostet oft 80 € bis 180 €, mit passender Zarge landet man je nach Dekor, Kante und Hersteller bei etwa 160 € bis 320 €.
Weißlack-Türen wirken ruhiger und hochwertiger, sind aber empfindlicher gegen harte Stöße. Bei günstigen Modellen sieht man nach einigen Jahren eher Macken an den Kanten. Gute Weißlack-Türen mit solider Lackierung kosten als Set meist 220 € bis 450 €. In Neubauten und modernisierten Eigentumswohnungen passen sie gut zu hellen Wänden, Parkett, Vinyl oder Feinsteinzeug.
Massivholz- und Echtholztüren sind die teuerste klassische Variante. Sie passen besonders gut in Altbauwohnungen mit hohen Decken, Dielenboden und profilierten Zargen. Man muss aber sauber unterscheiden: Eine Echtholzfurnier-Tür ist nicht automatisch massiv. Massivholz arbeitet stärker bei Feuchtigkeit und Temperaturwechseln, kann dafür aber sehr wertig wirken. Rechnen Sie mit 450 € bis 1.200 € je Türset, bei Sondermaßen oder Profilzargen auch mehr.
Glastüren sind eine gute Lösung, wenn Flure dunkel sind oder die Küche Tageslicht in die Diele abgeben soll. In vielen Plattenbau- und Mehrfamilienhaus-Grundrissen ist der Flur innenliegend und nur über angrenzende Zimmer belichtet. Eine Glastür kann hier mehr bringen als eine zusätzliche Deckenleuchte. Wichtig ist Einscheibensicherheitsglas oder Verbundsicherheitsglas, je nach Ausführung. Für ein vollständiges Set mit Beschlägen sind 350 € bis 900 € realistisch.
Aus Erfahrung lohnt sich bei Türen eine nüchterne Priorisierung: Im Flur und Kinderzimmer zählt Robustheit, im Wohnzimmer die Optik, im Bad Feuchtebeständigkeit und im Schlafzimmer ein guter, dichter Sitz. Wer alles mit der teuersten Variante ausstattet, gibt oft unnötig Geld aus. Wer nur den billigsten Baumarktpreis nimmt, ärgert sich später über wackelige Beschläge oder empfindliche Kanten.
Für weiterführende Planung im Eingangsbereich passt auch Flur renovieren ohne Komplettumbau. Bei Schlafzimmern lohnt der Blick auf Stauraum im Schlafzimmer planen, weil Türanschlag, Schranktiefe und Laufwege zusammenpassen müssen.
Kosten und Montage realistisch kalkulieren
Eine einfache Kostenschätzung beginnt mit der Anzahl der Türen. Eine typische 3-Zimmer-Wohnung mit Küche, Bad und Flur hat häufig fünf bis sechs Innentüren. In einer kleinen 45 m² Wohnung sind es oft drei bis vier. In einem Einfamilienhaus können schnell zehn bis vierzehn Türen zusammenkommen.
Für eine durchschnittliche Wohnung mit fünf Türen kann die Rechnung so aussehen: fünf CPL-Türsets zu je 240 € ergeben 1.200 €. Fünf Drückergarnituren zu je 35 € ergeben 175 €. Montage zu je 280 € ergibt 1.400 €. Entsorgung und Kleinteile können weitere 150 € bis 300 € kosten. Damit liegt das Projekt bei etwa 2.925 € bis 3.075 €. Bei Weißlack oder Glastüren steigt die Summe entsprechend.
Ein einzelner Austausch ist pro Tür häufig teurer als ein Paket, weil Anfahrt, Einrichten und Werkzeugzeiten stärker ins Gewicht fallen. Handwerksbetriebe kalkulieren regional unterschiedlich. In Ballungsräumen wie München, Hamburg, Frankfurt oder Stuttgart liegen Angebote in der Praxis oft höher als in kleineren Städten. Für eine faire Vergleichbarkeit sollten Sie immer prüfen, ob Ausbau, Entsorgung, Montageschaum, Silikonfugen, Kürzen des Türblatts und Beschläge enthalten sind.
Eine Beispielrechnung: In einer 55 m² Altbauwohnung in Leipzig sollen vier Innentüren erneuert werden. Zwei Türen haben Normmaß 860 x 1985 mm, eine Badezimmertür ist 735 x 1985 mm, eine Kammer hat ein abweichendes Altbaumaß. Drei CPL-Türen kosten zusammen etwa 780 €, die Sondermaß-Tür 520 €, vier Zargen 640 €, Beschläge 160 € und die Montage inklusive Anpassung 1.350 €. Mit Entsorgung und Kleinmaterial landet die Wohnung bei rund 3.600 €. Ohne Sondermaß wären es eher 2.800 € bis 3.100 €.
Nicht vergessen werden sollten Nebenarbeiten. Wenn alte Stahlzargen ausgebaut werden, können Putzschäden entstehen. Das Nachspachteln und Streichen der Laibung kostet je Tür schnell 60 € bis 180 €, wenn es ordentlich gemacht wird. Bei Holzzargen ist der Austausch meist sauberer, aber nicht immer ohne Lack- oder Tapetenschäden möglich. Wer gerade ohnehin renoviert, sollte Türen vor dem letzten Wandstrich einbauen lassen.
Für eine belastbare Budgetplanung hilft Renovierungskosten realistisch kalkulieren, besonders wenn Boden, Wandfarbe und Türen in einem Zug erneuert werden.
Aufmaß, Normen und Wohnpraxis
Bei Innentüren zählt nicht nur die Breite des alten Türblatts. Wichtig sind Wandstärke, Rohbaumaß, Öffnungsrichtung, Falzart, Bandposition, Zargenausführung und Bodenaufbau. Nach DIN 18101 gibt es gängige Türblattgrößen, unter anderem 610, 735, 860 und 985 mm Breite bei 1985 mm Höhe. In vielen Neubauten sind 860 x 1985 mm üblich, im Altbau finden sich aber oft höhere Türen, schmale Kammern oder nachträglich veränderte Öffnungen.
Die Wandstärke ist für die Zarge entscheidend. Häufige Innenwände liegen etwa bei 100 mm bis 145 mm, massive Altbauwände können deutlich stärker sein. Zargen haben Verstellbereiche, aber diese sind begrenzt. Eine Zarge für 100 bis 120 mm Wandstärke passt nicht sauber auf eine 145 mm starke Wand. Deshalb sollte an mehreren Stellen gemessen werden, denn Wände sind selten perfekt gerade.
Der fertige Boden spielt ebenfalls eine Rolle. Wenn Laminat, Parkett oder Vinyl nachträglich verlegt wurde, kann das Türblatt schleifen. Dann wird oft unten gekürzt. Bei Röhrenspantüren ist das nur begrenzt möglich, weil unten nicht beliebig viel Vollmaterial vorhanden ist. Bei Bad und Küche sollte außerdem genug Luft für die Luftzirkulation bleiben, vor allem wenn keine andere ausreichende Nachströmung vorhanden ist. In der Praxis wird häufig ein Bodenluftspalt von etwa 5 mm bis 10 mm gewählt, abhängig von Belag und Raum.
Wenn barrierearm geplant wird, ist die lichte Durchgangsbreite wichtig. DIN 18040 wird im privaten Bestand nicht automatisch zur Pflicht, sie ist aber ein guter Orientierungspunkt, wenn eine Wohnung altersgerecht werden soll. Eine Tür mit 735 mm Blattbreite kann für Rollator oder Pflegealltag knapp sein. Wo möglich, sind breitere Öffnungen langfristig komfortabler.
In Plattenbauwohnungen sind Türöffnungen oft recht einheitlich, dafür können alte Stahlzargen oder dünne Wände die Montage erschweren. In Altbauwohnungen sind schiefe Laibungen, ungleiche Höhen und dicke Wände typisch. Im Neubau ist das Aufmaß leichter, trotzdem sollte erst nach Estrich, Bodenbelag und finaler Wandoberfläche bestellt werden, wenn es um genaue Zargenmaße geht.
Mein Rat aus der Baustellenpraxis: Bei mehr als zwei Türen sollte ein Fachbetrieb oder ein erfahrener Aufmaßservice messen. Die 80 € bis 180 € für ein professionelles Aufmaß sind gut angelegtes Geld, wenn dadurch eine falsch bestellte Sonderzarge vermieden wird.
Mietwohnung, WEG und praktische Ausführung
In der Mietwohnung dürfen Innentüren nicht einfach dauerhaft verändert oder entsorgt werden. Türblatt, Zarge und Beschläge gehören normalerweise zur Wohnungsausstattung. Wer vergilbte oder beschädigte Türen austauschen möchte, sollte die Zustimmung des Vermieters einholen. Sinnvoll ist eine kurze schriftliche Vereinbarung: Welche Türen werden ersetzt, wer zahlt, bleiben die neuen Türen bei Auszug in der Wohnung, und müssen alte Türen eingelagert werden?
Ein bloßer Türblattwechsel ohne Zargentausch kann in Mietwohnungen eine gute Zwischenlösung sein, wenn Maß, Bänder und Schloss passen. Das ist aber nicht garantiert. Alte Bandaufnahmen oder abweichende Falzmaße führen oft dazu, dass ein neues Standardblatt nicht passt. Dann wird aus dem scheinbar einfachen 120 € Türblatt schnell eine Sonderlösung.
Bei Eigentumswohnungen ist das Sondereigentum entscheidend. Innentüren innerhalb der Wohnung sind meist Sache des Eigentümers. Anders sieht es bei Wohnungseingangstüren aus: Diese können in der WEG ganz oder teilweise Gemeinschaftseigentum sein, zudem spielen Brandschutz, Schallschutz und ein einheitliches Treppenhausbild eine Rolle. Dieser Ratgeber behandelt Innentüren, nicht die Wohnungseingangstür. Wer dennoch die Eingangstür erneuern will, sollte vorher Teilungserklärung und Beschlüsse der WEG prüfen.
Praktisch ist eine klare Reihenfolge: Erst Bodenentscheidung, dann Türfarbe und Zargenprofil, anschließend Aufmaß, danach Bestellung. Der Einbau erfolgt idealerweise nach groben Wandarbeiten und vor der finalen Ausbesserung von Farbe oder Tapete. Bei Bad und Küche sollten feuchteresistente Oberflächen und saubere Silikonanschlüsse an kritischen Stellen berücksichtigt werden. Eine normale Innentür ist aber keine Abdichtung gegen Wasserschäden.
Beim Design empfehle ich Zurückhaltung. Türen prägen eine Wohnung stärker, als viele denken. Sechs unterschiedliche Türarten lassen eine Wohnung unruhig wirken. In der Praxis bewährt sich eine einheitliche Basis: zum Beispiel alle Türen in Weißlack oder CPL Weiß, dazu eine Glastür zwischen Flur und Wohnzimmer. Beschläge sollten ebenfalls einheitlich sein, etwa Edelstahl matt oder Schwarz matt, passend zu Leuchten, Griffen und Schaltern.

Wer selbst montieren möchte, braucht sauberes Werkzeug, Geduld und eine zweite Person. Eine Zarge muss lotrecht, fluchtend und spannungsfrei sitzen. Zu viel Montageschaum, falsches Ausrichten oder zu frühes Belasten führen zu verzogenen Zargen. Für geübte Heimwerker ist ein Türblattwechsel machbar. Der komplette Zargentausch ist deutlich anspruchsvoller, besonders bei schiefen Wänden oder Altbauöffnungen.
Fazit
Innentüren zu erneuern ist eine sichtbare Renovierungsmaßnahme mit großem Effekt, aber sie sollte technisch sauber geplant werden. Der beste Preis ist nicht der niedrigste Türblattpreis, sondern die passende Kombination aus Material, Aufmaß, Montage und Nutzung im Alltag.
- Check 1: Anzahl der Türen, Öffnungsrichtungen und Räume notieren.
- Check 2: Türblatt, Wandstärke, lichte Öffnung und Bodenhöhe genau messen.
- Check 3: Bei Altbau, Sondermaß oder Stahlzarge Fachaufmaß einplanen.
- Check 4: Material nach Nutzung wählen: CPL für robust, Weißlack für ruhig, Holz für hochwertig, Glas für Licht.
- Check 5: Kosten komplett rechnen: Türset, Beschläge, Montage, Entsorgung, Nacharbeiten.
- Check 6: In Mietwohnungen Zustimmung des Vermieters einholen, bei WEG die Abgrenzung zur Wohnungseingangstür beachten.
- Check 7: Türen erst bestellen, wenn Bodenaufbau und Wandstärken sicher feststehen.
Als grobe Orientierung gilt: Eine solide neue Innentür inklusive Zarge, Beschlag und Montage kostet meist 450 € bis 850 € pro Stück. Mit Sondermaß, Glas oder hochwertigen Holzoberflächen kann es deutlich darüber liegen.
Häufige Fragen
Was kostet der Austausch einer Innentür inklusive Zarge?
Für eine einfache CPL- oder Weißlack-Innentür inklusive Zarge, Beschlag und Montage sind meist 450 € bis 850 € realistisch. Bei Sondermaßen, Altbauwänden, Glastüren oder aufwendigen Nacharbeiten kann eine Tür auch 1.000 € und mehr kosten.
Kann ich nur das Türblatt austauschen?
Ja, wenn Maße, Falz, Bandposition und Schlosslage passen. Bei neueren Normtüren klappt das häufig. Bei älteren Türen, Altbauzargen oder Stahlzargen passt ein neues Standard-Türblatt aber oft nicht ohne Anpassung.
Welche Innentür ist für eine Mietwohnung sinnvoll?
Meist ist eine robuste CPL-Tür sinnvoll, weil sie pflegeleicht und preislich vernünftig ist. Vor dem Austausch sollte der Vermieter schriftlich zustimmen, da Türen und Zargen normalerweise zur Mietsache gehören.
Sind Glastüren im Flur eine gute Idee?
Ja, besonders in dunklen Fluren ohne eigenes Fenster. Eine Glastür zwischen Wohnzimmer, Küche oder Flur kann Tageslicht weitergeben. Wichtig sind Sicherheitsglas, passende Beschläge und ausreichende Privatsphäre je nach Raum.
Wann brauche ich eine Sondermaß-Tür?
Eine Sondermaß-Tür wird nötig, wenn Öffnung, Wandstärke oder Höhe deutlich von gängigen DIN-Maßen abweichen. Das kommt häufig im Altbau vor. Sondermaße kosten meist deutlich mehr und haben längere Lieferzeiten.
Kann ich Innentüren selbst einbauen?
Ein reiner Türblattwechsel ist für geübte Heimwerker machbar. Der Einbau einer neuen Zarge erfordert genaues Ausrichten, korrektes Ausschäumen und Erfahrung mit Wandunebenheiten. Bei mehreren Türen lohnt sich meist ein Fachbetrieb.